Was hat Fußball mit der persönlichen Geldanlagestrategie zu tun?

Mannschaft – das gesamte Team zählt und nicht der einzelne Spieler

In einer Fußballmannschaft zählt am Ende des Tages die Leistung des gesamten Teams bzw. das dadurch erzielte Ergebnis. Einzelne Spieler stehen vielleicht oft im Mittelpunkt, entscheidend für den langfristigen Erfolg ist aber stets die gesamte Mannschaft. Genauso verhält es sich auch beim Veranlagen. Ein breit gestreutes WP-Depot sollte nicht aus einem einzelnen Produkt bestehen, sondern aus möglichst vielen verschiedenen, die sich möglichst gut untereinander ergänzen (Stichwort: Korrelation). Die Kunst besteht natürlich darin, die richtigen Spieler für die jeweils vorgegebene Strategie zu finden, um eine ganze Saison – also dem jeweiligen individuellen Veranlagungszeitraum – erfolgreich zu bestreiten und die gesetzten Ziele zu erreichen.

Strategie ist alles

Um die richtigen Spieler bzw. die richtigen Veranlagungsprodukte zu finden und zu kombinieren, bedarf es zuallererst der Festlegung einer langfristigen Strategie. Manche Trainer bevorzugen den defensiven italienischen Spielstil, andere eher die offensive südamerikanische Variante. Dies ist im Sport sowie an der Börse exakt dasselbe. Diese langfristige Strategie (= strategische Asset Allocation) legt die Rahmenbedingungen für das jeweilige Anlageziel fest, wie etwa die Höhe der Aktienquote. Viele Anleger unterschätzen dabei die Bedeutung der Strategie, da diese der wichtigste Einflussfaktor auf die langfristig erzielbaren Erträge ist. Hinzu kommt, dass Anleger die vermeintlich langfristige Strategie nur allzu gerne beim geringsten Rückschlag über den Haufen werfen. Klassischerweise geschieht das am Ende eines Kalenderjahres, wenn Anleger feststellen, dass sie mit ihrer individuellen eingeschlagenen Strategie heuer keine Erfolge verbuchen konnten, obwohl die Strategie eigentlich richtig war. Das würde im Fußball bedeuten, nach einem einzigen verloren gegangenen Spiel, sofort alle Spieler aus dem Kader zu streichen, obwohl die Saison noch lange dauert. Kein erfolgreicher Trainer handelt so. Veränderungen in Nuancen oder der Wechsel eines Spielers können natürlich stets Sinn machen.

Taktik und Aufstellung

Im Fußball wissen wir, dass jeder Spieler gewisse Aufgaben hat. Kein Spieler ist beispielsweise gleichzeitig für Tore schießen und Tore verhindern da – hierfür gibt es spezielle offensive oder defensive Spielertypen – Wunderwuzzis sind ein Mythos. Auch an der Börse ist das der Fall: will man einen Ertrag erwirtschaften, MUSS(!) man Risiko eingehen. In manchen Spielen kann es natürlich zu Ausnahmen kommen, wenn etwa der Verteidiger ein Tor schießt, es ist aber nicht die Regel. Die Aufstellung in einem WP-Depot ist im Optimalfall ebenfalls in offensive und defensive Wertpapiere unterteilt. Wenn wir Cash bzw. Einlagen noch dazu nehmen, so können wir festhalten, dass der defensivste von allen der Tormann ist und der offensivste ein Stürmer.

Tormann (= Sparbuch): Der Tormann sorgt in erster Linie dafür keine Tore zu erhalten. Er bildet den Rückhalt einer Mannschaft und ist immer in der Aufstellung dabei – aber nur ein kleiner Teil davon. Ein Teil auf dem Sparbuch geht somit immer in Ordnung, für unabsehbare negative Überraschungen oder zum Nachkauf eines s Fonds.

Verteidigung (= Anleihen): Verteidiger sorgen für Stabilität und Sicherheit in der Mannschaft. Sie bewirken keine Wunderdinge und schießen kaum Tore – ohne sie geht es aber nicht. Ausschließlich mit Verteidigern zu spielen ist ebenfalls nicht empfehlenswert, wer soll dann die Tore schießen?!

Mittelfeld (= Diverse Produkte / Mischfonds): Das Mittelfeld agiert offensiv als auch defensiv, je nachdem welche Taktik verfolgt wird und der Gegner spielt. Es gibt Spieler, die tendenziell eher für Stabilität zuständig sind, als auch Spieler, die mehr für ihre Offensivdränge und Tore bekannt sind. In der Welt der Veranlagung sind dies etwa Gemischte Fonds.

Sturm (= Aktien): Für die Tore sorgen die Stürmer. Die Aufgabe eines Stürmers ist es, explizit nicht für Stabilität zu sorgen, sondern Tore zu schießen. Das bedeutet: ein hoher Aktienanteil sorgt für weniger Stabilität im Depot, dafür für besonders viel Action in guten Zeiten.

Wer sind eigentlich die Gegner am Spielfeld?

In der Veranlagungswelt gibt es viele Gegner, einige halbwegs kalkulierbar, andere sogar bis kurz vor Erscheinung noch gänzlich unbekannt. Um nur einige zu nennen: Inflation, Zinsen, Wirtschaftswachstum, Politik, Unternehmensbilanzen, Börsenstimmung …

Beim Fußball wird ein Spiel vom Schiedsrichter geleitet (neuerdings sogar videoüberwacht). An den Finanzmärkten sorgen in diesem Fall der Gesetzgeber, FMA, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater etc. für einen rechtlich streng geregelten Ablauf.

Gedanken zur Aufstellung

Die universell perfekte Aufstellung für jede Mannschaft gegen jeden Gegner gibt es nicht.

Fakt ist, dass eine gewisse Ausgewogenheit an Spielertypen anzuraten ist. Das bedeutet: eine gesunde Mischung aus offensiven und defensiven Spielern bietet sich für einen langfristig agierenden Trainer an. Je nach Anlegertyp, Ziele, Erfahrungen, Kenntnisse, vorhandenes Vermögen etc. kann also die Aufstellung offensiver oder defensiver gestaltet werden. Der aktuelle Gegner sollte bei dieser Grundeinstellung eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielen – oft denken Anleger aber anders und passen ihre langfristige Strategie kurzfristig an einen Gegner an, was oft zu Misserfolg und Frust führt (= Market Timing).

11 Tormänner und/oder Verteidiger zu haben wird langfristig höchst unwahrscheinlich zu viel Erfolg führen, da kein Spieler da ist um Tore zu schießen. Natürlich wird man auch entsprechend wenig Gegentore kassieren. Umgekehrt ist es in den meisten Fällen nicht empfehlenswert ausschließlich mit offensiven Spielern zu agieren, außer die eigene Mannschaft ist enorm stark (= hohe Risikoaffinität eines Anlegers, viel Kapital, langer Zeithorizont...) und der Gegner spielt für das eigene Team günstig (= günstiges Wirtschaftsumfeld für Aktien).

Es kommt während einer langen Fußballsaison auch vor, dass ein Spieler manchmal seine Leistung nicht zu 100% abrufen kann, formschwach ist, sich verletzt oder einfach nicht mehr das benötigte Niveau hat. Oft ist dies aber nur ein temporärer Zustand und der Spieler ist trotzdem für das Mannschaftsgefüge unverzichtbar. Ihn auszutauschen kann sinnvoll sein, es kann aber auch ein Fehler sein, weil dieser sich nach wie vor hervorragend mit den anderen Spielern ergänzt.

Es gibt unzählige strategische bzw. taktische Feinheiten im Fußball als auch im Bereich der Veranlagung. Viele österreichische Anleger spielen nach wie vor mit zu wenigen bzw. gar keinem Stürmer, und das obwohl man bereits 0 zu 1 aufgrund der Inflation im Rückstand liegt…

 

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