Sparbuch vs. Fonds

„0,1 % passt – bei Magermilch“, dieser Spruch zierte schon Postkarten in vielen Filialen der Sparkasse Oberösterreich. Eine Verzinsung von 0,1 % p.a. ist am Sparbuch jedoch seit geraumer Zeit eine realistische Verzinsung. Insofern ist es durchaus überraschend, dass das Sparbuch in Österreich nach wie vor die beliebteste Anlageform ist. An der Niedrigzinspolitik der EZB, welche nun bereits seit einigen Jahren an der Tagesordnung steht, dürfte sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern.

Sparstudie der Erste Bank und Sparkassen - 254 Milliarden Euro Spareinlagen in Österreich1

Neueste Studien2 zeigen, dass sich das Gesamtvolumen der Retail-Einlagen in Österreich auf rund 254 Milliarden Euro beläuft. Im Jahr 2009 betrug dieser Wert noch etwa 206 Milliarden Euro.  Dass die Zinsen am Sparbuch schon seit längerem unter der Inflationsrate liegen, und Sparer somit einen realen Verlust erleiden, daran scheinen sich Herr und Frau Österreicher bereits gewöhnt zu haben. Das Sparbuch ist mit 80 % Nutzung weiterhin die beliebteste Anlageform, 60 % haben einen Bausparvertrag, 44 % lassen ihr Geld gleich am Girokonto liegen. Wertpapiere können in den letzten Jahren deutlich auf 28 % zulegen.

Ein Sparbuch weist einige Vorteile auf

Das Sparbuch gilt als sehr sichere Anlageform, ist doch das Geld bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank durch die Einlagensicherung gesetzlich gesichert.3 Aufgrund der hohen Liquidität (je nach Laufzeit) kann zudem stets der berühmte „Notgroschen“ geparkt werden.

Investmentfonds bieten andere Vorteile

Mit Investmentfonds können Anleger am Wirtschaftsleben teilnehmen und bereits ab kleinen Beträgen in Anleihen von Staaten und Unternehmen veranlagen oder sich via Aktien sogar bei erfolgreichen Unternehmen beteiligen. Zudem wird das Kapital in viele verschiedene Wertpapiere investiert und somit das Risiko breit gestreut.4

 

Vergleich Sparbuch und Fonds

  Sparbuch Fonds
Sicherheit Einlagensicherung bis 100.000,– Euro Die Fondsanteile sind Eigentum des Anteilseigners; man spricht von Sondervermögen; d.h. selbst wenn die Hausbank in Konkurs geht, bleibt das Fonds-Kapital unberührt
Planbarkeit Gut planbar, da man in der Regel einen bestimmten Zinssatz vereinbart. Man kann nur ungenau abschätzen, wie hoch der Ertrag sein wird; je höher der Anteil an risikobehafteten Wertpapieren wie zum Beispiel Aktien, desto schwieriger ist die Prognose über die künftige Wertentwicklung
Zinsen Man erhält einen fix vereinbarten Zins Man erhält Zinserträge – zum Beispiel Anleihe-Kupons – und Dividenden  der  Aktien im Fonds (bei vielen Fonds auf Wunsch ausgeschüttet oder wiederveranlagt)
Wertstabilität Am Ende der vereinbarten Laufzeit wird der Zins gutgeschrieben; dann kann man das Kapital wieder veranlagen oder abziehen. Der Wert des Sparbuchs unterliegt keinen Schwankungen. Aufgrund der Kursschwankungen an der Börse ändert sich der sogenannte Rechenwert (Nettoinventarwert) eines Fonds täglich. Somit kann es auch zu Kursrückgängen kommen.
Was passiert mit dem Geld? Die Bank verwaltet das Geld und vergibt Kredite. Die Gelder werden in Aktien, Anleihen von Staaten oder Unternehmen oder andere Wertpapiere investiert.
Spesen Keine Spesen; die Konditionen werden im Zins berücksichtigt. Beim Kauf eines Fonds fallen einmalige und laufende Gebühren an. Die laufenden Gebühren werden automatisch im aktuellen Rechenwert des Fonds berücksichtigt. Die Transaktionsspesen (auch Ausgabeaufschlag) werden vom Bankinstitut einmalig beim Kauf verrechnet.
Handelbarkeit Bei täglich fälliger Veranlagung kann man täglich das Geld abheben; ist das Geld gebunden, muss man mit einer Pönale bei vorzeitigem Zugriff rechnen In der Regel börsentäglich.
Qualitätssiegel Abhängig von der Bonität der Bank Strenge Kontrolle der Fondsverwaltung durch unabhängige Wirtschaftsprüfgesellschaften; hohe Transparenz

Sparbuch oder Investmentfonds – was ist besser?

Was besser und schlechter ist hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab:

1. Zeithorizont

Je länger der geplante Veranlagungshorizont ist, desto mehr spricht für eine Veranlagung am Kapitalmarkt. Aufgrund des höheren Risikos (= höhere Schwankungen) bei Investmentfonds gegenüber dem Sparbuch, kann langfristig auch eine höhere Rendite erwartet werden. Die zwei Parameter Rendite und Risiko sind am Kapitalmarkt untrennbar miteinander verbunden. Ist der geplante Veranlagungszeitraum tendenziell kürzer, so bietet sich eher das Anlegen via Sparbuch an. 

Wie hoch langfristige und vor allem kurzfristige Renditen am Anleihe- und Aktienmarkt ausfallen können ist freilich ungewiss. Vergangene Performancedaten sind keine Indikation für künftige Erträge. Zu den jeweiligen Asset Klassen bzw. Wertpapierindices gibt es unzählige historische Analysen – beispielsweise zum Deutschen Aktienindex DAX, publiziert vom Deutschen Aktieninstitut. Wer regelmäßig einen festen Betrag in Aktien des DAX gespart hat, konnte bei einer Spardauer von 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 9 Prozent im Jahr auf das angelegte Geld erwirtschaften. Im schlechtesten Fall lag die jährliche Rendite bei 4,7 Prozent, im besten Fall bei 16,1 Prozent.5

2. Zinsentwicklung und Inflation

Um sein Vermögen vor realen Wertverlusten schützen zu können, bedarf es einer jährlichen Rendite die über der jeweiligen Inflationsrate liegt. Das ist aufgrund der Nullzinspolitik im Euroraum seit längerem de facto unmöglich. Sollten die Zinsen in Zukunft deutlicher ansteigen, so können traditionelle Spareinlagen irgendwann wieder mehr Erträge erzielen, als die Inflationsrate an Kaufkraft zunichtemacht. Mit Blick auf die historische Zinsentwicklung und aktuelle Faktenlage ist ersichtlich, dass dies schon seit längerer Zeit nicht der Fall ist. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen auch noch für längere Zeit sehr niedrig bleiben werden, was das Sparen über klassische Einlagen nicht unbedingt attraktiv macht.

 

EZB Leitzins vs. 3 Monats Euribor vs. Inflation (Eurozone)

Daten per 29.10.2018

FAZIT

Die Beliebtheit von klassischen Spareinlagen ist in Österreich nach wie vor ausgesprochen hoch, auch wenn der Realverlust über die Inflation knallhart zuschlägt. Einen Teil des Vermögens als eiserne Reserve auf dem Sparbuch zu parken ist auch absolut sinnvoll. Sobald es aber um (reale) Vermögenszuwächse geht – für die eigene Altersvorsorge, als Vermögensaufbau, Zukunftsabsicherung der Kinder etc. – werden Anleger in Zukunft an Wertpapieren nicht vorbei kommen. Insbesondere Investmentfonds eignen sich als langfristige Veranlagungsform für Privatanleger ganz besonders, je nach Risikoneigung und individuellen Veranlagungspräferenzen, steht Ihnen bei uns eine breite Produktpalette zur Auswahl.

 

Retail-Einlagen lt. OENB, Okt. 2018

Sparstudie der Erste Bank und Sparkassen in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut IMAS

Die Einlagensicherung ist in einem eigenen Gesetz auf Basis einer EU-Richtlinie seit 15.08.2015 in Kraft. Mehr Informationen zum Sparbuch allgemein finden Sie zum Beispiel auf der Homepage der Arbeiterkammer

Regelmäßiges Anlegen erfolgt mittels eines s Fonds Plans und ist bereits ab 30 Euro pro Monat möglich

5 Mehr dazu finden Sie im DAX-Rendite-Dreieck für die monatliche Geldanlage des Deutschen Aktieninstituts

 

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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